Jun
21

Gute Gründe gegen nofollow

Hintergrund

T-Shirt Einbahnstraße falschrumViele Blogs setzen Kommentarlinks, also Verweise auf andere Webseiten innerhalb von Kommentaren, mit dem Attribut rel=”nofollow” für Suchmaschinen quasi außer Kraft. WordPress z.B. zeigt diese Verhalten standardmäßig und lässt sich zumindest bis Version 2.7 nicht ohne extra Plugin vom Gegenteil überzeugen (v2.8 noch nicht getestet).

Was macht nofollow?

Diese Links sind für Suchmaschinen wie Google dann quasi fürs Klo nichts mehr Wert, da das rel-Attribut der Engine sagt, wie sie den Link zu bewerten hat. nofollow heißt hier “nicht verfolgen”, also indirekt eigentlich “scheiß auf den Link” “nicht beachten”.  Denn “nicht verfolgen” heißt für eine Internetsuchmaschine: die hinter dem Link liegende Seite nicht zu betrachten und somit keinen Zusammenhang zwischen der Seite, welche den Link enthält und der Zielseite des Verweises herstellen. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Link, und sei er mit noch so gutem Linktext und noch so hoher Themenrelevanz zur Seite auf der er steht versehen, keinen Einfluss auf die Wertigkeit der verlinkten Seite im Internet hat.

Ein Link der nicht verfolgt wird, hat im Internet eigentlich nur noch einen einzigen Daseinszweck: Streutraffic, also Besucher, die evtl direkt über den Link kommen und dann von der Qualität der verlinkten Seite überzeugt werden und sich diese in ihre Favoriten legen.

Denken wie ein Besucher

So, und nun denken wir doch einfach mal wie unsere Besucher und packen die Hand aufs Herz: Wer von uns legt sich eine augenscheinlich interessante Seite gleich erstmal in die Favoriten? Eben, kein Arsch kaum jemand. Man geht auf den Link, findet die Seite evtl. gut und erwartet, diese Seite zu ihrem Thema über Google wiederzufinden. Kann klappen… In China kann aber auch n Sack Reis umfallen. Wenn der Link aber von Suchmaschinen verfolgt wird, klappt dies definitiv besser, womit wir dann eigentlich auch schon den ersten Grund gegen nofollow abgehakt haben.

Am eigentlichen Sinn vorbei

Den zweiten schieb ich dann mal gleich hinterher: nofollow ist zum gezielten entwerten von Links! Mit dem pauschalen Einsatz in allen Kommentaren gescheit aber nichts gezielt… Der eigentliche Sinn des Attributs wird also nahezu entwertet.

no follow ≠ no spam

nonofollowAngedacht war, durch nofollow Spam einzugrenzen, da es die Theorie gab, dass wertlose Links ein gutes Mittel gegen Spammer sind. Auf den ersten Blick scheint dies ja auch durchaus logisch, denn was hat ein blöder Kommentar-Spammer davon, massig Kommentare rauszuschleudern zu veröffentlichen, mit denen er eigentlich seine eigene Webpräsenz pushen möchte, wenn die Links fürn Arsch wertlos sind? Jepp, lediglich noch n Bischen Traffic und der ist für ihn sogar noch weniger Wert als für andere nicht-spammende Webmaster, da Spammer-Websites in der Regel niemanden von ihrer Qualität überzeugen.

Also könnte man jetzt sagen, dass das nofollow dann doch seinen Zweck erfüllt. Joa, könnte man… Wenn man ein reiner Theoretiker ist! In der Praxis scheren sich die meisten Spammer aber nicht drum… Denn die wenigsten dieser Idioten von ihnen verteilen ihren Unrat nicht manuell sondern lassen Skripte laufen, sogenannte Spambots. Diese Bots laufen durch das Internet und suchen nach ungeschützten Formularen. Wird eines gefunden, wird Bullshit Blödsinn eingetragen und schön Links gesetzt. Finito! Da wird nicht lange geschaut, obs follow oder nofollow ist… Warum auch? Das Prinzip des Spammens ist doch, einfach mal drauflos ballern, irgendwas kommt schon durch und bleibt hängen. Die Zeit in der die Bots überprüfen würden, ob es sich überhaupt lohnt, wird einfach genutzt um 10 weitere Blogs vollzuknallen und nicht um das eine zu finden, dass kein nofollow verwendet.

Insofern ist der Spam bei Verwendung von nofollow bestenfalls etwas weniger als mit und man muss sich eh zusätzlich noch durch andere Mechanismen gegen den Kommentarmüll schützen. Also kann man das nofollow auch sein lassen denn was ist pauschales nofollow denn anderes als umgedrehtes Spammen? Auch hier schieße ich einfach mal ins Blaue und blocke 1000e sinnvolle Links um die paar Spamkommentare abzufangen, die andere Systeme besser als nofollow vermeiden.

NoFollow vergrault echte Kommentare

Leute die wirklich etwas sinnvolles zu einem Beitrag zu sagen haben sind gern gesehene Kommentatoren. Doch viele dieser Leute haben im Netz auch eigene Seiten und würden gerne einen Deal nach dem Motto “Eine Hand wäscht die andere” eingehen. Auf gut deutsch: Ich geb dir nen sinnvollen Kommentar, geb du mir nen Backlink zu meiner Seite.

Dies wird durch nofollow aber verhindert, da der User sehr schnell merkt, er bekommt für seinen kommentar nichts. Ich zum Beispiel suche mir selbst oft Themen, zu denen ich etwas zu sagen hätte heraus und setze Kommentare. Wenn ich hier aber weiß, ich bekomme was zurück, dann tue ich dies tausendmal lieber.

Ich verhindere mit nofollow also nicht nur keinen Spam, ich verhindere auch noch echte Kommentare.

Denn wenn man das für und wieder abwiegt, und sich entscheidet nofollow auszuschalten, so wird man sehen, dass man a) auch nicht mehr SPam bekommt und b) mehr echte Kommentare erhält, da es sich für die Besucher erst dann überhaupt wirklich lohnt einen abzugeben.


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16 Kommentare

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  • Overberg (1 comments) Said:

    Das generelle Einsetzen von nofollow vergrault die echten Kommentare, da stimme ich dir zu. Doch manchmal gibt es auch Projekte die möchte ich nicht unterstützen. Ich finde die Kombination aus follow und nofollow wertet die bestimmten Links auf…

  • Arne (18 comments) Said:

    Ja, da hast du vollkommen Recht.
    Aber genau das sage ich doch auch. nofollow ist um gezielt Links abzuwerten…
    Aber ein pauschales abwerten aller Kommentarlinks steuert dem ganzen genauso bescheuert entgegen.

    Deswegen muss es einfach Ziel sein, grundsätzlich zu followen und nur bei Bedarf einen Kommentar zu löschen oder eben nachträglich zu entwerten.

  • www.seoknecht.de» Blog Archive | » nofollow-free 2.0 auf seoknecht| Wer andern eine Grube gräbt, hat Gold im Mund Said:

    [...] leidige Thema nofollow wandert unablässig durch die Blogosphäre… Auch ich habe hier schon mal darüber berichtet. Grundsätzlich gehen nofollow-free Blogs  wie folgt vor: Der vom [...]

  • Online User (1 comments) Said:

    durch das neue Script für WordPress installationen ist das bewerten von guten kommentaren ein Kinderspíel geworden und kann somit auch vor Blogspam von unerwünschten oder fragwürdige Seiten schützen.Mehr Aufwand für blogs mit merhwert und bessere Positionen und vielleicht viele Besucher und gut ekommentare

  • Marie (1 comments) Said:

    Ich habe es selbst getestet um zu schauen wie dofollow und nofollow auf google ranking und besucher sich auswirken. Dofollow Blogs ziehen sehr viel Besucher und Komentator an sich und werden durch die Kommentare auch besser in google platziert.Es werden auch sehr viele Sales über diese Seiten vorgenommen. Kann nur jedem empfehlen auf follow zu gehen.

  • grill-report (1 comments) Said:

    Ich denke auch das jeder der einen sinnvollen Kommentar hinterläßt auch belohnt werden sollte denn schließlich profitieren dann auch beide.

  • Internetagentur München (1 comments) Said:

    Kann man denn zwischen “guten” und “schlechten” Kommentaren überhaupt unterscheiden? Schließlich ist eine Meinung nicht schlecht, nur weil sie sonst niemand vertritt. Und wenn derjenige ein Keyword statt seinem Namen verwendet, warum nicht? Schadet ja niemandem.

    Ich denke lediglich offensichtlicher Spam muss aussortiert werden. Und automatisierten Spam kann man ohnehin leicht per Captcha oder ähnlichem blocken.

  • Arne (18 comments) Said:

    Naja, ein “guter” Kommentar hat zumindest einen Thmenbezug, ist also On-Topic.
    Ein schlechter hingegen entweder so allgemein und kurz oder voll am Thema vorbei, also Off-Topic – zumindest würde ich das als erste Instanz sehen.

  • Harald (1 comments) Said:

    Ist natürlich mehr Arbeit für den Betreiber eines Blogs, wenn dieser erst nach guten/schlechten Kommentaren aussortieren muss. Ist auf jeden Fall ein kniffliges Thema. Ich denke no follow ist nicht wirklich die Lösung, da wir doch alle von Do Follow Links abhängig sind/von ihnen profitieren.

  • Cris (1 comments) Said:

    Ich finde Follow eigentlich klasse, allerdings sollte dann halt überprüft werden, was Spam und was kein Spam ist, denn wer möchte schon bei seinem Blog andauernd Viagra Werbung haben?

    [Anm.d.Red.: Oder Kautionskasse nech ;-) ]

  • Matthias (1 comments) Said:

    Schön, dass das noch mehr Leute so sehen. Ich habe auch einen Blog und schreibe gerne in Blogs, die mir gefallen – natürlich hinterlasse ich unter Website auch einer meiner Webseiten, wofür ist das Feld auch sonst da? ;-)
    Mit dem Tag Nofollow macht Kommentieren aber auch fast keinen Spaß mehr. Ich gebe was und bekomme nichts zurück? Nicht mit mir!

  • Wolfgang (1 comments) Said:

    Wie schon im Artikel geschrieben bringen nofollow-tags nicht viel gegen autpmatisierte spammer. Die gucken nicht danach ob ein Blog nofollow oder dofollow ist, sondern packen einfach ihr unqualifiziertes Kommentar hinein und gut ist. “Eine Hand wäscht die andere” ist ein gut gewähltes Schlagwort, wobei ich aber auch sagen muss, wenn jemand etwas zu einem Blogeintrag schreiben möchte macht er das auch. Ganz egal ob mit follow-tag/oder ohne.

    MfG,

    Wolfgang

  • RL Limousinenservice (1 comments) Said:

    Momentan pflege ich bei meinem Blog die Kommentare noch komplett per Hand aus, was jedoch in Zukunft bei steigender Besucherzahl echt an die Nerven geht.

    Daher hab ich mich vorerst dazu entschieden die Website URL komplett rauszunehmen. Bei einer Seite die einen Blog neben dem Dienstleistungsgewerbe laufen hat, ist es noch recht zu entschuldigen, da die Konkurenz sonst heftig anfängt zu spamen …

    Ich nehme auch keinem übel seinen Namen als gewünschtes Suchwort einzugeben, da bei manchen Internetpräsenzen der richtige Name einfach schädlich sein kann und sowieso nicht immer zutreffend ist.

    Von daher bin ich absolut für Do-Follow und wenn man keine Spammer haben möchte, dann sollte man per Hand aussortieren oder das Feld für “Website” komplett wegfallen lassen.

    Natürlich kommen noch die Leute hinzu, die nur schreiben: “Hey coole Alternative LINK”

    Aber die schalte ich garnicht erst frei oder editiere sie, so dass sie Spamfrei sind. (Wenn es dennoch wert ist, begrüße ich es)

    No-Follow ist eigentlich nur eine Funktion für faule Blogger, die sich keine Mühe machen anständige Kommentare freizuschalten (Okay, es gibt immer Ausnahmen)

    Ich glaub ich bin ein wenig quer durchs Thema gerauscht, aber ich glaube, man versteht mich ^^

    LG

  • Pita (1 comments) Said:

    Persönlich habe ich auch nix gegen DoFollow, sofern jemand einen Comment hinterlässt, kann man ja prüfen inwiefern das Spam ist oder nicht. Ich denke Suchmaschinen verwerten auch nofollow links, allerdings anders als die dofollow.

  • Dieter (3 comments) Said:

    Dofollow ist für Leute, die einen Kommentar in einem Blog schreiben eine kleine Belohnung. Doch … woher weiß ich denn ob ein Blog Do-Follow benutzt?

  • Arne (18 comments) Said:

    dieter: einfach mal in dem blog auf einer seite mit kommentaren den quellcode ansehen und nach rel=”nofollow” suchen…
    bzw nach dem wort nofollow als solches und dann schauen, ob es in link-tags verwendet wird.
    wenn nicht ists dofollow!

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